Von Katherine aus sind wir auf dem Stuart Highway Richtung Darwin gefahren und haben den ersten Stop im Litchfield Nationalpark geplant. Dort wollten wir uns eigentlich am 30.07. (zu meinem Geburtstag) mit Susanne und Martin treffen. So hätte man noch anstoßen können… Tja nun waren wir aber schon einen Tag früher dort. Wir waren uns nicht sicher, ob die beiden schon vom Kakadu NP zurück waren und daher wollten wir mal sehen, ob die zwei schon auf dem geplanten Campingsplatz waren. Dort waren sie natürlich nicht und auch nicht auf der Campingplatz-Option Nr.2. Ich war mir eigentlich sicher, dass Susanne nach ihren Angaben schon im Park hätte sein müssen. Naja so wars dann aber irgendwie nicht – dachten wir… Um alle eventuellen Möglichkeiten abzuhaken, wo die beiden sein könnten, sind wir in dem Park von einem Wasserfall zum nächsten gegurkt und haben uns alle möglichen Besucherparkplätze und Campgrounds angesehen. Sie schienen wirklich noch nicht da zu sein. Am letzten Parkplatz wollten wir gerade schon wieder drehen, als ich hinter ein paar Bäumen noch weitere Parkbuchten entdeckt hatte. Wie es das Schicksal so wollte parkte der Britz TXW 498 genau an dieser Stelle
Um die beiden dann auch tatsächlich zu erwischen ging Birgit einen Wanderweg entlang und ich hatte einen Blick auf den Parkplatz und die Attraktion dort – das Buley Rock Hole. Nach einem Schwätzchen mit einem Busfahrer (der auf seine Reisegruppe wartete) und ständiges Fliegen-Wegschlagen kamen die drei auf einmal um die Ecke. Nach Birgits Erzählungen, haben Martin und Susanne wohl völlig entgeistert geguckt, als sie auf einmal vor ihnen stand. Nach einer kurzen Begrüßung und den Worten „Eigentlich wollten wir erst morgen hier sein“, „Ja wir wollten auch erst morgen hier sein…“ haben wir uns kurzerhand umgezogen und sind noch schwimmen gegangen.
Da weder die beiden noch wir einen Schlafplatz reserviert hatten, wollten wir nun ganz ans Ende des Parks zum Campground an den Wangi Falls fahren. Da es im Litchfield NP aber keine Tankstelle gibt und es mit unserem Tank etwas knapp aussah, mussten wir nochmal raus aus dem Park nach Batchelor. Zuvor hatten wir uns ausgemacht, wo wir uns nach dem Tanken treffen und wo, falls der Platz voll ist und so weiter (unsere Absprachen sind ja mittlerweile bekannt). Wir hatten nur vergessen abzusprechen, was wir machen, wenn die Tankstelle bereits geschlossen hätte
… Super, sie war noch hell erleuchtet! Dass „Defekt“-Schild an der Unleaded-Säule, hat uns zunächst leicht geschockt, aber zum Glück gab es eine zweite : )
Vollgetankt, aber immer noch im Schwimm-Dress und in ein Handtuch eingewickelt gings dann zurück zu den Wangi Falls. Etwa 12Kilometer vor dem Ziel meinte ein 5-feet-Kangaroo (1,80m) doch tatsächlich, es müsste mir vor den Wagen springen. Klasse, das hatte ja gerade noch gefehlt
Nach ein paar Minuten wurde der Rauch aus dem Motorraum weniger, aber der Schock saß tief. Ich blieb erstmal sitzen während Birgit gucken wollte, wo das „Opfer“ lag. Ich meinte nur: „Ich glaub es liegt neben mir“, aber tatsächlich lag es schon hinter dem Camper – drübergefahren war ich also auch noch
Was sollten wir denn nun machen? Kein Handyempfang, kein Mensch zu sehen, es fing schon an zu dämmern, hm…ja und in dem Bach ein paar Meter weiter waren Krokodile – zumindest ließ dies das gelbe Schild mit roter Aufschrift und Kroko-Zeichen ganz schwer vermuten!
Wir haben uns daruf geeinigt, mal was anderes anzuziehen und dann die Plätze im Wagen zu tauschen (was sonst recht selten passiert ist). Der Wagen lief zum Glück noch, aber da der Kühler schon fast komplett ausgelaufen war, fing alles etwas an zu muffen. Die Strecke kam uns vor wie eine 5-stunden Tour. Es könnte daran liegen, dass wir nur noch 40km/h gefahren sind und damit beschäftigt waren, den Straßenrand nach weiteren Tieren abzusuchen. Am Campingplatz angekommen, standen Susanne und Martin schon winkend vor dem Eingang. Ihr Lächeln verschwand als sie unsere Gesichtsuadrücke und vor allem die Dellen im Auto sahen. Die beiden hatten einen Platz für uns reserviert. Nach leichten Manövrierungsschwierigkeiten hab ich den Camper neben einem anderen Britz geparkt – Zeit zum durchatmen
Um den Abend noch zu genießen, ohne großartige Gedanken an Versicherung, Schaden, etc. zu verschwenden, hatte Susanne eine Flasche Rotwein geöffnet und Chips bereit gelegt. So wollten wir dann noch in meinen Geburtstag reinfeiern. Es war soweit alles ok. Wir hatten es uns auf der Wiese neben den BBQ-Ecken gemütlich gemacht, bis wir gegen 21h ein komisches Geräusch bemerkten. Bevor nur einer sagen konnte „Oh nein, die Sprinkleranlage!“, ging das fröhliche Wasserspritzen auch schon los
Nach kurzer Zeit waren die Stühle zwar aus dem „Regen“ gerettet, aber trotzdem nass. Den Rest des Abends haben wir dann die Stühle mit Handtüchern ausgelegt und waren vor 24h schon totmüde, sodass das mit dem Reinfeiern auch nix mehr gegeben hat.
Am nächsten Morgen wurde ich dann durch das Aufklappen des Kofferraumdeckels geweckt. Dies dachten die drei zumindest. Ich lag zwar länger im Bett, aber diverse Geburtstagsvorbereitungen sind mir nicht entgangen – auch nicht das Bereitstellen hinter dem Camper
Nunja der Tag begann dann offiziell mit einer a capella-Version von „Happy Birthday..“ gefolgt von „Viel Glück und viel Segen…“. Martin hielt sich etwas zurück mit seiner Gesangskunst, aber die „Mädels“ habens rausgerissen
Neben dem Ständchen gab es Schoko-Küchlein mit Kerzchen, einen Gutschein und einen Spielzeug-Hai von Birgit. Susanne und Martin hatten uns ihre seherischen Fähigkeiten wohl verschwiegen, denn es gab einen Kochhandschuh in Form eines Känguruh-Kopfs
Eigentlich könnte man das Hin und Her mit dem Automechaniker und der Britz-Managerin weglassen, aber da es so „schön“ war: Nach dem Frühstück haben sich die zwei lustigen drei erstmal eine Runde planschen im „Pool“ der Wangi Falls gegönnt und ich habe (zunächst mit Susanne, dann alleine) das ein oder andere Telefonat mit unserer Autovermietung geführt. Wie ich das gemacht habe ohne Handyempfang? Ganz einfach: Ich dachte mir, dass es bestimmt bei dem kleinen Kiosk im Park eine Telefonzelle geben müsste. Da lag ich auch richtig. Dummerweise hätte man eine Karte für dieses Telefon gebraucht - ich hatte keine (meine Global Gossip Card hatte ich völlig vergessen) und der Kiosk hatte leider auch keine Karten mehr zumVerkauf
Netterweise ließ uns die Besitzerin mit dem Kiosk-Telefon telefonieren, nachdem wir sie überzeugt hatten, dass man Britz umsonst anrufen kann. Nach den ersten 4 Gesprächen hatten wir festgelegt, dass sich ein Mechaniker das Ganze mal aus der Nähe ansehen sollte. Dieser solle sich dann wieder melden bzgl. der Sachlage. Susanne war mittlerweile auch beim Schwimmen, als ich einen weißen Wagen auf den Platz fahren sah. Dem Aussehen des Fahrers nach hätte ich nicht erwartet, dass ER der Mechaniker ist. Da der etwa 53-jährige Typ mit dem Rauschebart und 2mm-Haarschnitt, mit dem Holzfällerhemd und etwas weniger als 32 Zähnen aber schnurstracks auf unseren Camper zuging und den Schaden „begutachtete“, MUSSTE er wohl der Mechaniker sein! Nunja, er war ganz nett und hat auch gleich festgestellt, dass da nix mehr zu reparieren war. Kurz darauf hatte er dann jemanden von Britz an der Strippe und dies war nicht das einzige Telefonat, was an diesem Tag noch geführt wurde
Die Managerin sagt mir nur noch, ich solle bei ihr „bitte“ nicht mehr anrufen. Der Abschleppdienst inkl. neuem Camper würde in Kürze losfahren. Falls ich zwischendurch wissen wollen würde, wo sich der Fahrer befindet, dann sollte ich alle halbe Stunde versuchen, ein Update zu bekommen. Tolle Sache. Niemand konnte mir die Telefonnummer des Fahrers geben, da sie einfach keiner besaß
Da die Fahrt von Darwin ja etwas dauern konnte, nin ich dann auch endlich schwimmen gegangen und Susanne hat etwas zu Essen vorbereitet. Nach dem Essen haben wir dann schonmal den Camper komplett ausgeräumt und ein bisschen sauber gemacht. Ich bin nach nochmal los zum Kiosk um zu erfahren, wann wir den neuen Wagen „erwarten“ können, da kam er auch schon um die Ecke
Nach Auf- und Abladen der Autos und einem Check konnten wir wieder alles einräumen und den Tag endlich mal genießen. Zwar waren wir etwas genervt, dass wir noch eine Versicherungssumme fürs neue Auto zahlen mussten, aber immerhin war uns nichts passiert und wir hatten einen neuen Camper, der nicht voll mit rotem Sand war
Abends haben wir dann noch die ein oder andere Flasche Chardonnay getrunken und mit Elton John-Klängen aus Susannes Camper den Tag ausklingen lassen. Am nächsten Tag sind wir zu den Florence Falls gefahren und waren ein weiteres mal wandern und schwimmen. Danach hieß es dann entgültig Abschied nehmen von Susanne und Martin. Die beiden hatten noch die Strecke nach Darwin vor sich und den Heimflug. Birgit und ich allerdings hatten als nächstes Ziel den Kakadu Nationalpark.
Ein erstes Wiedersehen gab es am 12.09 bei mir und wir sehen uns ja schon bald wieder
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